Emsa – vom Schmetterling zum Umweltschützer

Emsa macht das Leben bunter – und das bereits seit 70 Jahren. Mit viel Erfindergeist, Kreativität und Mut schafft es die Marke, den Alltag vieler Menschen auf der ganzen Welt zu erleichtern und dabei auch noch die Umwelt zu schützen. Wir tauchen in die spannende Geschichte des deutschen Traditionsunternehmens ein, das seit 2015 Teil der Groupe SEB ist.

Der „Schmetterlingseffekt“

Die Erfindung der noch jungen Firma von Franz Wulf war einfach, aber genial: Ein Tropfenfänger, der mit einem Emsa GründerSchaumgummiröllchen und textilumwickelten Gummiband über eine Kaffeekanne gespannt werden konnte und so verhinderte, dass auslaufende Getränke oder gar ein herabstürzender Deckel die frisch gewaschene und gebügelte Tischdecke mit Flecken übersähen. Als besonderer Clou diente ein künstlicher Schmetterling als Eye-Catcher, der in verschiedenen Pastellfarben erhältlich war und auf dem Band befestigt wurde. 1953 landete Emsa so den ersten Verkaufsschlager, der in der damaligen Produktionsstätte in Greven nahe der Universitätsstadt Münster entwickelt wurde – ganz unaufgeregt, so wie die Menschen vor Ort.

Farbe für Deutschland

Dieser Erfolg bestätigte das 1949 als „Franz Wulf & Co Plasticwarenfabrik“ gegründete Unternehmen darin, mit Erfindergeist und Kreativität den Alltag in den Haushalten bunter und einfacher zu gestalten. Während zunächst Tropfenfänger, Spritzbeutel und Teigrädchen die Gründungsstätte verließen, wurde das Sortiment schon bald vergrößert – die junge Firma brauchte dringend mehr Platz. Deswegen folgte 1956 der Umzug ins rund zehn Kilometer entfernte Emsdetten, wo sich bis heute die Zentrale mit über 400 Mitarbeitern befindet. Angelehnt an den nahegelegenen Fluss Ems und der daraus abgeleiteten Landschaftsbezeichnung Emsland wurde die Firma EMSA Frühstückzwei Jahre später in Emsa umgetauft – ein Name, der heute in über 80 Ländern ein Begriff ist.

Diese Bekanntheit dürfte vor allem an den stets auffälligen Designs liegen, mit denen die Produkte seit jeher ins Auge stechen. So bricht die vierfarbige Tischserie „ENGADIN“ 1965 mit der bis dahin monotonen Ausstattung in deutschen Haushalten. Modernes Siebdruckverfahren und die Verarbeitung von hochwertigen sowie belastbaren Kunststoffen ermöglichen es der breiten Masse, Abwechslung in ihr Alltagsgrau zu holen. Der Werbespruch „Moderne Formen, moderne Farben“ wurde imposant umgesetzt – aus heutiger Sicht mit teilweise gewagten Kombinationen. Doch der Erfolg gab Emsa recht, von knallroten Margarinedosen bis zu babyblauen Frühstücksgarnituren sind viele Innovationen zu echten Klassikern und begehrten Erinnerungsstücken avanciert.

Ein heißer Trend

Ein weiterer Meilenstein wurde 1982 mit den ersten Isolierkannen „Thermostars“ erreicht. Dank des patentierten Thermomatic-Verschluss-Systems und der cleveren Materialauswahl galt ab sofort: „Drücken, Drehen, Dicht!“, und dem EMSA Frühstückstundenlangen Kaffeekränzchen stand nichts mehr im Wege. Inspiriert von diesen Modellen eroberte der Nachfolger „SAMBA“ acht Jahre später die Herzen der Verbraucher – die wohl meistverkaufte Isolierkanne Europas mit dem zeitlosen Design wird bis heute in 16 verschiedenen Farben in Emsdetten produziert.

Da das Leben aber nicht immer nur Entspannung bedeutet, bietet Emsa auch für die stressigen Tage eine optimale Ausstattung. Die „TRAVEL MUG“ Isolierbecher eignen sich beispielsweise perfekt für Menschen, die im Freien arbeiten oder es am Morgen eilig haben. Sie speichern mit einem doppelwandigen Vakuum-Edelstahlkolben die Wärme für vier Stunden und sorgen so für Kaffee– und Tee-Kicks, wann immer man den Quick Press Verschluss per Knopfdruck öffnet. Das sehen nicht nur die Käufer so, auch in den Tests von „WDR Servicezeit“, „ZDF Volle Kanne“, dem „SWR Marktcheck“ sowie „WDR 4 Gut zu wissen“ setzten sich die Alltagshelfer durch.

Einweg? Nein, danke!

Zudem tragen die handlichen Warm- und Kalthalter aktiv zum Umweltschutz bei. Mithilfe der Isolierbecher wird eine Alternative zur Flut der Einweg-Pappbecher geboten, von denen in Deutschland stündlich rund 320.000 im Müll landen. Die 2017 gestartete Kampagne „Dich behalt ich!“ soll zudem auf die Problematik aufmerksam machen und die Vorteile der wiederverwendbaren Behälter in den Fokus rücken. Generell steht Nachhaltigkeit im Mittelpunkt des Handelns und bestimmt die Wertschöpfungskette – angefangen von der Verwendung zertifizierter Rohstoffe über den Einsatz energieeffizienter Produktionsanlagen bis hin zu strengsten Qualitätskontrollen.

Auch im Food-Bereich setzt Emsa Zeichen für mehr Nachhaltigkeit. Mit den „CLIP & CLOSE“ Frischhaltedosen bleiben Lebensmittel dank der direkt im Deckel eingespritzten Dichtung nachweislich länger knackig und genießbar. Um so der zunehmenden Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken, initiierte Emsa gemeinsam mit dem Spitzenkoch Christian Rach die „Mission Frische“. Bereits seit 2004 begeistert die Produktlinie in allen möglichen Größen und Materialien, neben der Kunststoff-Variante werden auch Glasbehälter angeboten. Mit dieser Qualität und Innovationskraft ist Emsa heute deutscher Marktführer im Bereich Isolierprodukte und Clip-Frischhalteboxen.

Mit „Beate“ in den Garten

Getreu dem Claim „Meine Welt. Mein Zuhause“ kümmert sich Emsa seit den 1950er-Jahren auch um eines der größten Hobbys der Deutschen: Der eigene Garten und Zimmerpflanzen. Was mit Produkten zur Baumpflege und dem weltweit erfolgreichen EMSA GardenBlumenübertopf „Beate“ startete, ist bis heute eine der Kernkompetenzen. So ist aus dem „Landhaus“ Blumenkasten in Lattenzaunoptik mittlerweile eine vielfältige und bunte Produktpalette entstanden, und der „CLICK & GROW Smart Garden“ ermöglicht auch Stadtbewohnern den Kräuteranbau in der Küche.

Für Design-Liebhaber bietet Esteras by Emsa seit über zehn Jahren handgefertigte Blumenkübel und Brunnen. Neben der Verarbeitung von leichtem Fieberglas-Material kommen die Natur-Fans mit der Linie „terraneo“ voll auf ihre Kosten: In einem althergebrachten Verfahren werden auf der griechischen Halbinsel Peloponnes, der Wiege des Terrakotta, aus fünf verschiedenen Erden extrem widerstandsfähige Gefäße ohne chemische Zusätze hergestellt.

In diesem Jahr feiert Emsa den 70. Geburtstag, doch an Ruhe im Alter ist nicht zu denken. Seit 2010 wurden dank einer klaren Innovationsstrategie mehr als 1.700 neue Produkte auf den Markt gebracht – eine Entwicklung, die nach einem Beinahe-Aus vor zehn Jahren für viele nicht für möglich gehalten wurde. Seit 2015 ist die Marke Teil der französischen Groupe SEB, eine Win-Win-Situation für beide Seiten: Während Emsa Zugang zu neuen Zielgruppen auf der ganzen Welt erschließen kann, profitiert die Unternehmensgruppe von dem vielfältigen Knowhow – und natürlich der westfälischen Unaufgeregtheit.

Ihr möchtet noch mehr Informationen zu den Traditionsfirmen der Groupe SEB? Spannende Porträts über Moulinex, Krups und viele weitere bekannte Namen findet ihr in der Rubrik „Unser Unternehmen“.

3. Dezember 2019

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